Der Spruch mit dem goldenen Löffel

Wer kennt den Spruch “Der ist mit dem goldenen Löffel im Mund geboren” nicht.  Dazu fällt mir ein Bericht ein den ich irgendwann mal im Fernsehen gesehen habe. Da ist ein Typ, von Beruf Sohn. Er hat selber nichts geleistet im Leben, fährt aber einen fetten Porsche, geht auf rauschende Partys, kleidet sich nur vom feinsten und hat nichts besseres zu tun als lautstark zu verkünden, dass er irgendwann Papas Firmen Imperium übernehmen wird.

So Typen, die alles in den Arsch geblasen bekommen, sind mir zutiefst zuwider. Aber ist es wirklich ein Privileg mit dem goldenen Löffel im Mund geboren zu sein? Klar, solche Menschen haben es um einiges leichter und können aufgrund Papas und Mamas Geld sowie Verbindungen teure Privatschulen besuchen und auch sonst brauchen die um nichts zu kämpfen. Wie alles im Leben hat auch das “Reichsein” seine Schattenseiten.  Aus lauter Langeweile und weil sie einfach zu satt sind, werden dann Drogen genommen, gesoffen und herum gehurt bis der Arzt kommt. Selten bringen es Kinder reicher Eltern selbst zu etwas. Wenn doch, kann man sich die Frage stellen, ob sie es auch ohne ihren berühmten Namen zu etwas gebracht hätten. Aus einem Arbeiterkind kann kaum ein erfolgreicher Unternehmer werden, kommt zwar auch vor, ist aber eher die Seltenheit. Wie sehr das Elternhaus und der Status der Eltern das Kind prägen kann zeigen Beispiele die wir ganz oft selber in unserer Nachbarschaft sehen können. Da gibt es  Menschen die gar nichts haben. Keine Arbeit, keinen Status, kaum Geld. 1 km weiter sieht es dann anders aus. Eltern, zwei Kinder, Haus mit großem Garten einen Sportwagen für Papa und eine Familienkutsche für die ganze Familie.

Die fahren natürlich in Urlaub und können Shoppen gehen wenn es danach gelüstet. Das Kind armer Eltern kennt keinen Urlaub und wohnt in einer Sozialwohnung in einer Gegend wo es lernen muss sich mit den Ellenbogen gegen andere zu wehren.  Wer mit offenen Augen zB. mal durch Wuppertal fährt kann dieses Gefälle von arm und reich sehr gut beobachten. Es macht schon einen großen Unterschied ob man im Nobelviertel von Wuppertal oder gewissen Ecken in Barmen wohnt. Viele Kinder haben gar keine Chance etwas aus ihrem Leben zu machen weil sie “vorgeprägt” sind, auch durch die Gegend in der sie wohnen und zur Schule gehen. Die Eltern können selten Nachhilfe bezahlen und selbst wenn ein Kind aus einer unteren Schicht gute Anlagen hat, hat es schlechtere Chancen als Kinder die in betuchten Verhältnissen aufwachsen. Ich finde das furchtbar ungerecht und wirklich nur noch zum Kotzen.

12 Antworten zu “Der Spruch mit dem goldenen Löffel”


    Ja ich finde das auch furchtbar. Und ich fürchte, das wird noch schlimmer werden. Schau dir doch mal an wie die Hauptschulen jetzt sind. Keiner der auch nur ein wenig in Nachhilfe usw. investieren kann schickt seine Kinder dorthin.

    Und meine Freundin, die Lehrerin an einer Förderschule für Lernbehinderte ist, erzählt manchmal haarsträubende Geschichten. Fast alle Kinder in ihrer Klasse sind aus Hartz IV Familien.

    Das muss sich ändern!!!!


    @Margo,
    ich nehme so etwas in der letzten Zeit sehr oft, öfter als früher wahr. Ich finde, dass wirklich etwas geschehen muss. Es darf niemand benachteiligt werden nur weil das Geld fehlt. Wenn ich sehe, wie groß die Kluft zwischen arm und reich geworden ist und die Kluft wird immer größer, dann frage ich mich was man, jeder einzelne von uns, gegen diese Ungerechtigkeiten unternehmen kann. da kann man jetzt locker sagen, wählt die richtige Partei.

    Stimmt! Aber das allein reicht nicht! Und, was ist die richtige Partei? Kann man die wirklich mit gutem Gewissen wählen? Es ändert sich gar nichts, wenn wir nicht auch selber etwas machen. Ich wünschte, jeder Mensch würde sich mal ernsthaft Gedanken machen und auch die Leute die genug Geld und Einfluss haben könnten von sich aus viel für die Gesellschaft tun. Es ist sogar eine Verpflichtung der sie nachkommen müssten. Wie können die es mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn sie sehen, dass sie mit ihrem vielen Geld ärmeren Menschen wirklich helfen könnten? Muss es wiklich sein sich die x-te Jacht und den 100 Pelz zu kaufen? Was wird aus dieser Welt werden, wenn wirklich nur noch jeder an sich selber denkt?
    Sehen die denn nicht was wirklich schief läuft? Oder sind diese Geldsäcke so abgehoben, dass es sie einen Dreck schert was ihre Habgier und der Egoismus aus unserer Gesellschaft macht? Wollen wir alle zusammen wirklich so eine kalte Welt? Verdammt, wenn ich nur wüsste wie man das alles ändern kann.. :(
    LG


    Ich wünschte, du würdest in SG wohnen. Wir könnten dich so gut in unserem Wählerbündnis brauchen. Genau das sind ja die Sachen für die wir uns einsetzen.


    leider ist der Einzelne machtlos. Wenn die vielen Nichtwähler endlich mal wählen würden, wäre das schon eine deutliche Verbesserung!

    Aber die meisten nehmen die Situation nur noch hin, weil sie wissen, dass sie da kaum wieder raus kommen, vor allem wenn sie älter sind und Hartz4 bekommen!

    Es gibt immer mehr Zeitarbeitsfirmen, das sollte man verbieten und es ermöglichen, dass Leiharbeiter genauso viel verdienen wie die Festangestellten! usw.

    Wann geht das Volk wieder auf die Straße :?: :idea:


    Denke da ähnlich wie Du. Diese von Beruf “Kinder” Typen, ob Männlein, oder Weiblein, gehen mir extrem gegen die Hutschnur. Selten einer dabei, der nicht arrogant, mit Elterns-Geld im Hintergrund, schnöselig daher kommt. Widerlich!

    Und das die Kluft immer stärker auseinander klafft, macht mich betroffen. Denn es müsste in unserem reichen Land nicht sein, das Kinder Bildungswege verweigert werden, deren Eltern nicht über das nötige Kleingeld verfügen. Unverzeihlich!

    Gruß von der Erdbeere


    @Margo,
    darüber denke ich schon eine ganze Weile nach mich “im Kleinen” politisch zu engagieren, meinen Möglichkeiten entsprechend. Ich habe auch schon an die Wählergemeinschaft für Wuppertal (WfW) gedacht. Das muss ich mir mal noch genauer ansehen, was die so machen. Für “die Linke” kann ich mich sehr erwärmen und ich könnte mir auch gut vorstellen da was zu machen.

    @Su-Mu,
    ganz so sehe ich das nicht. Wir können mit unseren Blogs immer wieder den Finger auf die “klaffenden Wunden der Gesellschaft” legen. Du darfst nicht vergessen, dass gerade Blogger ganz viele Möglichkeiten haben Menschen zu erreichen. Ich habe nichts gegen Reiche generell, was mich ankotzt ist, dass sie ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung nicht / oder nicht genügend nachkommen. Raffen, raffen, raffen, egal auf wessen Buckel das geht. Das ärgert mich, macht mich traurig und schürt auch meine Wut. Vor allem tun sie sich diese Individuen mit ihrem egoistischen Verhalten selbst nichts Gutes an damit.
    Wann geht das Volk auf die Straße? Eine sehr gute Frage. Wenn wieder Weltmeisterschaft ist.. :? Offenbar geht es den Menschen immer noch zu gut, oder haben einfach aufgegeben. Was könnten wir alles erreichen wenn jeder sein Quäntchen beitragen würde..

    @Erdbeere,
    ich habe vor diesen Schnöseln keinen Respekt. Den sollen sie sich erstmal mit eigener Hände Arbeit verdienen, anstatt die Hände aufzuhalten damit Papa wieder ein paar Tausender in die Hand legt. Ich weiß nicht, ich nehme meine Umwelt extrem wahr zurzeit. Ich sehe, was um mich herum geschieht und was aus den Menschen wird die aus dieser Mühle nicht mehr raus kommen. Es sind Menschen die Gefühle haben, einen Sinn für Gerechtigkeit, Moral und Anstand. Das sind auch für mich wichtige Werte. Gerade diese Menschen spüren die Auswirkungen dieser Ellenbogen – Gesellschaft ganz besonders. Sie verstehen die Welt nicht mehr..
    Ein einziges Trauerspiel, wie hier mit der Zukunft dieser und kommender Generationen umgegangen wird. Oder wollen unsere Politiker ein Volk der dummen heranzüchten? Ist das vielleicht Absicht? Ein dummes Volk lässt sich jedenfalls prima manipulieren. 8)
    LG


    Ganz Deiner Meinung. Einen in der Art ähnlichen Artikel habe ich auch in der Pipeline, anders als Deiner, aber ich gehe auch auf diese Thematik ein. Demnächst dann bei der Erdbeere zu lesen.

    In diesem Sinne n8ti


    Ja manche Leute halten sich halt für was besseres, nur weil sie einen reichen Vater /Mutter haben. Aber selbst in ihrem Leben etwas schaffen, das ist ihnen dann meistens unbekannt. Ich kann mich auch in das gemachte Nest setzten und den Macker raushängen lassen, aber das ist Gott sei Dank nicht mein Charakter.


    Ja, solche Typen wie du sie beschreibst sind zum Kotzen, liebe Frau Wolkenlos. Da kann ich bedenkenlos zustimmen.
    Aber man kann auch hier nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt auch Unternehmerkinder, die müssen viel ihrer Freiheit aufgeben, um es Papa Recht zu machen. Sie bekommen nichts in den Allerwertesten geblasen, sondern müssen es sich hart verdienen. Ob sie immer glücklich sind?
    Ich schließe mich eurer Meinung zu 100 Prozent an, dass die Leute, die so viel Kohle haben, auch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben. Denn sie können es sich leisten etwas abzugeben und sie könnten damit einiges erreichen. Ich habe nichts dagegen, wenn sie es sich gutgehen lassen, denn oftmals müssen sie auch hart für ihren Wohlstand arbeiten (ich weiß, nicht alle, aber einige schon, von nix kommt nix) und haben wenig Zeit für die Familie und da steht es ihnen auch zu, etwas für sich zu tun, aber wenn es nur noch aus Langeweile ist, sich alles Mögliche zu kaufen, obwohl man schon 100 Variationen davon hat…
    Da gibt es nur eins, selbst reich werden und es anders machen. :mrgreen:
    Tschuldigung, ist ein ernstes Thema, aber so ganz ohne Humor geht es bei mir eben nicht. 8)

    Liebe Grüße,
    Martina


    Liebe Mamü,
    ich möchte auch nicht jeden Reichen über einen Kamm scheren. Das kann ich gar nicht und das wäre auch nicht angebracht. Es gibt nämlich auch Reiche die sehr wohl etwas für diese Gesellschaft tun, weil sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Mir geht es darum, dass jeder der im Überfluss lebt, auch etwas an andere abgeben kann bzw. der Gesellschaft etwas zurück geben kann.

    Und sei es auch nur ein “anständig” bezahlter Arbeitsplatz für die eigenen Mitarbeiter. Natürlich haben diese Industriellen auch eine Menge Macht und Einfluss den sie nutzen könnten um diese Missstände die ich oben erwähnte beheben oder mildern zu können. Es kann wirklich nicht angehen, dass ein Teil der Gesellschaft keine Luft mehr bekommt und der andere bis oben hin so satt ist, dass er nicht mehr weiß wohin mit der Kohle.

    Ich sage Dir ganz ehrlich, wenn ich soviel Geld und Macht hätte wäre es für mich selbstverständlich etwas für Menschen zu tun denen es schlecht geht. Anders könnte ich nicht mehr ruhig schlafen vor schlechtem Gewissen.

    Klar, das Thema ist ernst. Aber ich kann das, so wie es jetzt ist, auch nur noch mit Galgenhumor ertragen. Im Grunde genommen wünsche ich mir, dass jeder mal darüber nachdenkt, auch die Leute die wirklich etwas ändern könnten, wie man diese Situation verbessern kann. Ich glaube, die Menschen von denen ich spreche würden sich schon freuen wenn sie wenigstens wieder eine Perspektive für sich und ihre Kinder haben würden.
    Liebe Grüße :wink:


    Ich denke in nächster Zeit wird man diesen Unterschied immer mehr beobachten können. Denn die sogenannnte “Mittelschicht” wird immer weniger werden. Und ja unser System ist sehr unfair.
    Ohne goldenen Löffel hat man es sehr wohl schwerer. Besonders wenn man seinen Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen will. Sprachkurse im Ausland, Nachhilfe, Kurse…. usw. habe gerade die Rechnung von einer Schülerfahrt nach Rom auf meinem Schreibtisch liegen mit 650 Euro. Das ist verdammt viel Geld.
    Genauso das Krankensystem. Es gibt sehr wohl eine 2-Klassengesellschaft. Ist man Zusatzversichert so hat man schonmal den Vorteil von wirklich guter medizinischen Beteuung auf seiner Seite.
    Was mich so ärgert ist einfach, dass viele gut betuchte Personen einfach nur Strohdoof sind, und wegen ihrem “VitaminB” Posten bekommen, von denen man nur träumen kann.
    Trotzdem, ich bin mit meinem Leben zufrieden. Denn ich kann jeden Tag zufrieden in den Spiegel gucken :mrgreen:


    @Nila,
    ich finde es einfach unverschämt, dass Eltern in der heutigen Lage überhaupt eine Schülerfahrt von 650 Euro! bezahlen müssen. Wir sind früher “ins Bergische” gefahren, also keine weite Reise von uns aus. Das war immer schön und kostete nicht so viel Geld. Es gab diese Klassenunterschiede damals schon, aber es war nicht so krass wie es heute ist. Ist im nach hinein zumindest mein Eindruck.

    Meine Eltern hatten/haben drei Kinder und das war sehr heftig für sie, weil alle drei Schülerfahrten machten usw. In unserer Klasse gab es sehr viele Kinder deren Eltern finanziell ungefähr gleichgestellt waren. Ein, zwei Schüler waren von Haus aus besser betucht als der Rest und die haben das auch gern raus hängen lassen. Die Lehrerin hat allerdings darauf geachtet, dass Klassenfahrten für jeden auch bezahlbar waren.

    Ich kann mich dran erinnern, dass es trotzdem noch Schüler gab, dessen Eltern auch diese günstigeren Klassenfahrten nicht bezahlen konnten und deshalb ihr Kind “eigentlich” nicht mitfahren konnte. Für diese Fälle gab es von der Schule so etwas wie eine Art “Fond” der es diesen Schülern ermöglichte doch noch an der Klassenfahrt teilzunehmen. Gibt es so was eigentlich auch heute noch?

    Noch mal zum eigentlichen Thema zurück. Ob die besagten “gut betuchten” einfach nur doof sind mag in vielen Fällen durchaus zutreffen, aber mit Blödheit geschlagen kann man sicher kein Millionär werden. Es sei denn, es ist der besagte Nachwuchs der mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde und so erzogen wurde, dass er selber nichts zu leisten braucht. Ich glaube, es ist eher so, dass diese Leute über Leichen gehen, kein Gewissen haben und deshalb so rücksichtslos ihre Mitmenschen ausbeuten. Vielen geht es auch nicht unbedingt um das Geld, viel eher um die Macht die ihnen das Geld verschafft. Das lässt sie dann Dinge tun die anderen Schaden um diese Macht zu erhalten oder noch auszuweiten.

    Was die medizinische Versorgung angeht, auch da gebe ich Dir absolut Recht. Ich merke, dass ich Kassenpatientin bin. Ich muss länger im Wartezimmer sitzen als Privatpatienten. Ich bekomme Tabletten verschrieben die angeblich die gleichen Wirkstoffe wie das Originalmedikament haben. Obwohl ich nachweislich merke, dass das O. Medikament besser und schneller wirkt. Nur, um mal zwei Beispiele zu nennen.

    Ich möchte mich Deinem Abschlusssatz noch anschließen. Ich bin mit meinem Leben, dass sicher auch nicht ganz einfach ist, zufrieden. Was die innere Einstellung und die Werte betrifft die in mir sind, schaue ich gern und guten Gewissens in den Spiegel.

    Bei dem Gesamteindruck rein äußerlich gesehen, vermeide ich es, zumindest morgens in den Spiegel zu schauen. :mrgreen:
    LG

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