Lebensalternativen im Alter
Habt Ihr Euch eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie ihr im Alter leben wollt? Ich denke über vieles nach und finde den Gedanken entsetzlich, irgendwann ins Altenheim abgeschoben zu werden. Der Gedanke daran, sabbernd und alleine da herumzuliegen und auf das Ende zu warten, ist so ziemlich das traurigste was ich mir vorstellen kann. Wenn ich mir dann noch anschaue wie sehr das Pflegepersonal in den Altenheimen eingespannt ist (die haben meist nicht die Zeit sich mit den alten Leutchen auch mal zu unterhalten) wird mir Angst und Bange.
Wenn wir mal ganz ehrlich sind, kann sich kaum einer ein Luxus Altenheim leisten. Finanzielle Vorsorge für diesen Fall ist sehr schwierig, die meisten haben nicht das Geld um einen Höher klassigen Altenheimplatz bezahlen zu können. Was ist also zu tun? Da gibt es ja eine ganze Menge Vorschläge wie man im Alter würdig leben kann. Es gibt das betreute Wohnen, Alten – Wohngemeinschaften. Auch städtische Projekte die Alten-gerechte Wohnsiedlungen in der Planung haben sind im Vormarsch. In den meisten Fällen ist es so, dass die Kinder ihre Pflegebedürftigen Eltern eher in ein Heim bringen als sie bei sich zu Hause zu Pflegen. Das ist oft kein böser Wille sondern rührt eher daher, dass die meisten mit der Pflege überfordert sind, oder einfach keine Zeit haben sich zu kümmern, da sie Geld verdienen müssen.
Ich habe eine interessante Seite zu diesem Thema im Netz gefunden anders wohnen, anders leben ev. So etwas könnten wir uns später sehr gut vorstellen. Für meinen Mann und mich kommt jedenfalls kein “klassisches” Altenheim in Frage. Wir werden alles daran setzen möglichst unabhängig zu bleiben. Jetzt würde mich mal interessieren wie Ihr Euch das so vorstellt. Altenheim oder lieber ein alternatives Wohnprojekt? Oder vielleicht etwas ganz anderes?


21. Juni 2009 um 23:08
Ich war ja Altenpfleger und weiss nur zu gut, was los ist da. Man kann schlecht sagen wie es in 30 Jahren sein wird, aber nach heutigem Standpunkt rate ich, sich für den Fall der Fälle auch eine Altenheimalternative zu überlegen. Da sollte man schon mindestens 5 Jahre vorher anfangen sich zu informieren. Und zwar nicht nur bei den Altenheimen selbst, sondern auch bei Angehörigen der Bewohner. Denn es gibt leider auch Situationen die von heute auf morgen passieren können und ein Pflegeheim unumgänglich machen. Es gibt trotz dem vom Gesetzgeber erzwungenen Personalnotstand und dem dadurch entstandenen Pflegedefizit auch noch sehr sehr gute Altenheime. Leider sehr rar und schwer zu finden.
Für meine Frau und mich kommt soein betreutes Wohnen auch sofort infrage. Ich habe selbst mal in soeinem Projekt am Timmendorfer Strand gearbeitet. Die Bewohner waren von Schwerstpflegefällen bis komplett selbständig. Einige machten sogar noch Kreuzfahrten etc.
Betreutes Wohnen ist toll, leider wird es der breiten Masse später nicht zugänglich sein, da mit den immer geringer werdenenden Renten, die Kosten für sowas nicht getragen werden können.
22. Juni 2009 um 07:19
Schöner Artikel der irgend wie nachdenklich macht und eigentlich kann man sich ja nie früh genug Gedanken machen.
22. Juni 2009 um 09:05
Also sabbernd rumliegen und auf den Tod warten möchte ich auf keinen Fall. Egal ob zuhause oder in einem Luxusaltenheim oder sonstwo. Deshalb habe ich auch eine Patientenverfügung gemacht.
Altersheim möchte ich natürlich auch nicht. Am liebsten wäre es mir, bis zum Tode in meiner eigenen Wohnung bleiben zu können. Was ich mir auch nett vorstelle ist so eine Alten-WG.
22. Juni 2009 um 20:16
Ich habe meinen Zivildienst im Altenheim auf ner Pflegestation gemacht. Ich sach mal so: Alt werden kann richtig scheiße sein.
Ich selbst tendiere zu ner Alten WG mit eigener Schmerzmittel-Produktion.
22. Juni 2009 um 20:18
Also ich mache mir darüber jetzt noch keine Gedanken (bin ja erst 21, da dauert das noch lange), aber meine Eltern haben schon gesagt, sie haben sich was auf Seite gelegt und wollen sich dann evtl. später einmal eine Eigentumswohnung in einem Altenheim kaufen. Natürlich wären wir 5 Kinder und es würde sich sicherlich etwas machen lassen, aber sie sagen selber sie wollen das nicht, sie wollen lieber dann in ein Altersheim, wenn man dies wenn man ganz genau sieht so nennen kann.
22. Juni 2009 um 21:52
Eigentlich will ich da lieber noch nicht dran denken. Altenheim stell ich mir auch grausig vor, oft werden die älteren Menschen wie unmündige Kinder behandelt. Wenn man dann noch Pflegefall wird ist es noch schwieriger, da kann man nur hoffen das dies nie passiert und man vorher abgerufen wird.
Alternatives Wohnprojekt ist auf jeden Fall besser als Altenheim. Mir würde z.b. ein Mehrgenerationenhaus gut gefallen. Ich habe mal eine Weile im Sozialbereich gearbeitet, also schon auf dem Büro, aber da hatte ich mit solchen Dingen zu tun. Damals wurden diese Projekte gerade aufgebaut und es war echt klasse.
Am Besten ist es natürlich, wenn man so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben kann.
LG Soni
22. Juni 2009 um 22:22
@Rio,


ich bin davon überzeugt, dass es auch Altenheime gibt die gut geführt werden, trotz Personalmangel. Die Frage wäre ob ein betreutes Wohnprojekt auch auch für jeden Normalverdienenden zu bezahlen ist.
Wenn das nicht der Fall ist müssten solche Programme von der Regierung unterstützt und gefördert werden.
@Andi,
sicher macht das nachdenklich, das sollte dieser Artikel auch. Es ist ja unser Leben und das Thema kommt früher oder später auf uns alle zu.
@Frank,
ich habe früher auch mal in einem Altenheim gearbeitet, das war mein Zweitjob. Ich habe das ein halbes Jahr gemacht und kann sagen, dass dieses Altenheim noch eins von denen war, deren Pfleger sich gut um die Bewohner gekümmert haben. Leider habe ich das mental irgendwann nicht mehr geschafft mit den alten Leutchen umzugehen. Durch meine Dünnhäutigkeit damals haben mich einige Einzelschicksale einfach zu sehr berührt.
Ich war in erster Linie für das herrichten der Tische zum Kaffee und Abendbrot eingestellt und um die Bewohner zum Essen aus ihren Zimmern zu holen.
Schmerzmittel sind keine schlechte Idee, falls ich doch in einem normalen Altenheim landen sollte.
@Kathrin,
mit 21 Jahren habe ich an sowas auch noch nicht gedacht. Da steckt man noch voll im Saft und denkt man lebt ewig.
Spaß beiseite. Je früher man anfängt darüber nachzudenken, je eher denkt man auch an Vorsorge. Das ist ein wichtiger Punkt und hilft dabei auch im Alter sein Leben noch angemessen gestalten zu können.
@Soni,
viele ältere Menschen sind tatsächlich unmündig. Andere nehmen ihnen Entscheidungen ab die sie selber nicht mehr treffen können. Alzheimer Patienten zum Beispiel. Aber auch diese Menschen haben eine Würde und sollten nicht behandelt werden wie Menschen zweiter Klasse, was leider auch oft der Fall ist. Ein Mehrgenerationenhaus könnte auch schwierig werden. Wenn die Bewohner nicht richtig zusammenpassen kann das zu Konflikten führen. Obwohl ich im Fernsehen mal einen Bericht gesehen habe wo das wunderbar funktioniert hat.
LG
26. Juni 2009 um 00:07
ich bin ja altenpflegerin und arbeite auch in einem heim. und ihr hbt fast alle recht was ihr sagt. wir haben wirklich kaum zeit für die leute. aber ich muss sagen, es kommt immer auf die pflegekraft an. ich bin examiniert und habe durch büroarbeiten eigentlich noch weniger zeit für die leute. aber ich nehme mir die zeit immer und wenn es nur mal 5 min.sind wenn ich mit einer bew. die wäsche oden den müll weckbringe. manchmal nehme ich auch eine mit ins dienstzimmer. bei der pflege nehme ich mir grundsätzlich mehr zeit. ich singe dabei mit den leuten und und und….euch nun alles zu erzählen gehört nicht zum thema glaub ich. aber ich als altenpflegerin muss zugeben: ICH WÜRDE AUCH NIE INS ALTENHEIM WOLLEN!!! UND NIEMALS EINEN MEINER LIEBSTEN DORT HIN BRINGEN!!!