Tarelia Kapitel 09

Als Udewin wieder zu Bewusstsein kam und langsam die Augen öffnete, befand er sich liegend auf einer großen Ottomane. Undeutlich, wie durch einen Nebelschleier hindurch, sah er, dass Keetu und Mava sich über ihn beugten. Der gewaltige Schreck, den beide erlitten hatten, standen Vater und Tochter geradezu im Gesicht geschrieben. Kraftlos und stöhnend tastete Udewins Hand an seine Schläfe, wobei er merkte, dass er sich eine schmerzhafte Prellung zugezogen hatte.

Ächzend versuchte er sich aufzurichten, sank aber sogleich mit schmerzverzerrtem Gesicht zurück. Als er auch noch wahrnahm, dass sein Schultergelenk durch den plumpen Aufprall auf den Boden in Mitleidenschaft gezogen worden war, zog er es vor, sich fürs erste nicht mehr zu bewegen. Gerade wollte er etwas sagen, als plötzlich die Tür des Saales aufschwang und Neela den Raum betrat. In einer Hand hielt sie eine Schüssel mit Wasser und in der anderen ein Bündel Tarelianischer Heilkräuter.

Udewin drückte Keetus Handgelenk und zog ihn näher zu sich heran. “Ich muss dir jetzt etwas sehr wichtiges sagen, mir bleibt nicht mehr viel Zeit, also höre gut zu”, sagte Udewin. “Schicke Mava zu Egoras, er ist der einzige der mich retten kann.” “Versprich es mir, versprich mir, dass Mava zu Egoras geht und dass du deine Tochter unterstützen wirst, ganz gleich was sie dir mitteilen wird.” “Was ist denn mit dir?” “Was soll das heißen, du hast nicht mehr viel Zeit?” Keetus Stimme wurde klanglos als er merkte, dass ihm die Tränen in seine Augen stiegen. Er versuchte es vor Udewin zu verbergen, was ihm jedoch nicht gelang. Jetzt liefen ihm die Tränen unaufhaltsam die Wange herunter. Der Herrscher senkte den Kopf, er spürte einen dicken Kloß in seinem Hals. “Versprich’ es mir”, sagte Udewin und drückte Keetus Hand noch fester. “Ich verspreche es, alter Freund.” “Es tut mir leid, dass ich dir nicht genug vertraut habe, bitte verzeih’ mir.” Udewin nickte, lächelte schwach und der Griff um Keetus Hand lockerte sich. Mava stand wie erstarrt da. Mit einem ungläubigen Gesicht und zutiefst schockiert über Udewins Worte erfasste sie nicht was sie gerade gehört und gesehen hatte.

Der alte Lehrmeister, wand den Kopf und lächelte Mava zu. Dann schloss er die Lider. Vor den Augen der Herrscher Familie wurde Udewins Leib zusehends durchscheinender. Ein seltsames blaues Licht umhüllte ihn. Langsam, Stück für Stück, löste sich sein Körper auf, bis sein Leib schließlich ganz verschwunden war. Das Wasser und die Heilkräuter fielen aus Neelas kraftlosen Händen. Bestürzt und fassungslos musste sie mit ansehen, wie Udewin vor ihren Augen entschwunden war.

6 Antworten zu “Tarelia Kapitel 09”


    Wie immer sehr schön geschrieben!
    Komme gerne hier her um Tarelia zu lesen!

    MLG Chrille

    PS. Weiter so :P


    @Chrille,
    ich bin mal selber gespannt ob Udewin zu retten ist, oder auch nicht. :wink:
    Danke, freut mich, dass Du Tarelia gern liest. Obwohl die Geschichte jetzt ein wenig traurig wird. Oder nicht? Wer weiß.. :wink:
    LG


    @Frau Wolkenlos
    Bitte – ich lese die Geschichte wirklich gerne!
    Ein wenig – aber es hält sich noch eher im Hintergrund auf!
    Obwohl der Schluss doch schon sehr traurig ist!


    PS. ich habe heute meine Geschichte angefangen rein zu stellen!
    “Das grab in der Wüste” :wink:


    @Chrille,
    na, dass finde ich ja klasse! Das muss ich gleich lesen. Schwupp.. und weg.. :mrgreen:
    LG


    Och ja das ist traurig, also ich hoffe doch Udewin ist noch zu retten *schnief*, wird ja immer spannender :D

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:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen:
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