Tarelia Kapitel 13

Tromberon tat sich selber Leid. Seine einzige Zauberfeder hatte er an dieses Affenwesen abtreten müssen. Verstohlen schaute die Krähe auf Kriech Pyrels unmännliches Bauchtäschchen in welches Kriech die Feder hatte verschwinden lassen. “Also, wie sieht es aus, wann führst du mich zu Kobus Höhle?” “Im Morgengrauen, du kannst es wohl gar nicht mehr erwarten, dein nutzloses Leben auszuhauchen, was?”

Kriech schaute Tromberon schon fast mitleidig an. “Bring’ mich einfach nur zur Höhle, dann kannst DU ja dein sinnloses Leben weiter leben, meinte die Krähe. “Ich hoffe nur, ich sehe dich nie wieder, du eitler Lackaffe”, krächzte Tromberon. Pyrels Mundwinkel verzogen sich verächtlich grinsend nach unten. “Pah!”.. “Keine Sorge, wir werden uns sicher nicht wiedersehen, denn du wirst als Vorspeise auf Kobus Teller enden, während ich mir deine Zauberfeder nutzbar machen werde!” meinte der Affe gehässig. “Schlaf jetzt besser, wir haben einen weiten, gefährlichen Weg durch die Berge vor uns, du solltest ausgeruht sein.”

Kriech Pyrel wandte sich von Tromberon ab um seine Schlafstelle hinter einer Hecke aufzusuchen. Für ihn war die Streitigkeit mit der Krähe zumindest für dieses mal beendet. Träge und mit einem lauten Krächzen flog Tromberon auf seinen Ast, plusterte sich auf, und starrte verdrossen zur Hecke hinüber, hinter der sich Kriech Pyrel zurückgezogen hatte. Tromberons letzter Gedanke vor dem Einschlafen galt komischerweise nicht seiner eingebüßten Zauberfeder oder dem impertinenten Affen, sondern dem eigenartig schmeckenden Wurm den er zuletzt gefressen hatte. Tromberons Schlaf blieb nicht Traumlos in dieser Nacht…

Die Krähe saß auf ihrem Ast, als sich vor ihr eine dicke und lange Gestalt, wie aus einem Nebel heraus, vor seinen Augen manifestierte. Es war der Wurm den Tromberon zuletzt verspeist hatte. Die zwei kleinen Augen des Kriechtiers schauten anklagend auf die Krähe herab. “Du hast mich gefressen, Krähe”, tönte der Wurm. “Du hast nicht mal gut geschmeckt”, erwiderte Tromberon garstig. “Hast du eigentlich eine Ahnung WEN du da verspeist hast, ich war nämlich kein gewöhnlicher Wurm!” “So ein Stuss, du bist nichts weiter gewesen als simple Nahrung und dazu noch nicht mal eine besonders Schmackhafte, schnauzte Tromberon.” Sich hin und her windend sprach der Wurm weiter. “Jetzt hör mir mal zu, was glaubst du wohl, warum ich dir erschienen bin?”, fragte der Wurm. “Das ist doch bloß ein Traum sonst nichts, du bist mir in schlechter Erinnerung geblieben, weil du so furchtbar geschmeckt hast und jetzt verfolgst du mich bis in meine Träume.” Tromberon wünschte sich aus diesem Traum zu erwachen, dass kam ihm alles einfach zu blöd vor.  Aber der Wurm sprach schon wieder weiter. “Es hatte einen Grund warum ich dir nicht gemundet habe, ich hatte nämlich Zauberkräfte,” meinte der Wurm gestelzt. “Buahhaaa..” Tromberon schüttete sich aus vor lachen.

“Zauberkräfte, ein Erdwühler?” Die Krähe plusterte sich fett auf und kratzte sich belustigt mit der Kralle am Kopf. Der Wurm jedoch blieb sachlich. Es kümmerte ihn nicht ob das Federvieh ihm glaubte oder nicht. Bald würde der sture Vogel schon merken, dass er nicht mehr derselbe war wie vorher. Der Wurm hatte jedenfalls seine Pflicht getan. Die Aufgabe bestand darin, dass er demjenigen der ihn töten würde erscheinen müsse, um ihn über die Übertragung der Wurmzauberkraft in Kenntnis zu setzen. “Ja und?”, meinte Tromberon. “Was habe ich mit deinen angeblichen Zauberkräften zu tun, du bist tot und von mir verdaut worden!” “Bist du wirklich so dumm oder willst du mich nicht verstehen”, sagte der Wurm. “Meine Zauberkräfte haben sich auf dich übertragen als du mich gefressen hast, ich bin dazu verpflichtet dir dies mitzuteilen!”  Mit entgleisenden Gesichtszügen schaute Tromberon den fetten Wurm an.

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