Tarelia – Kapitel 19

Tromberon verzog das Gesicht. Es konnte für ihn einfach nichts schlimmeres geben als in die listigen Augen dieses behaarten Halunken zu blicken. Und das auch noch so früh am Morgen. “Komm’ endlich in die Gänge Krähe, wir sollten uns jetzt auf den Weg zu Kobus Höhle machen!” Während Kriech Pyrel dies sagte, kaute er schmatzend auf einem Stück rohem Fleisch herum und wedelte mit einer fetten Heuschrecke vor Tromberon’s Schnabel herum.

“Ich habe Frühstück für dich besorgt, während du deinen Schönheitsschlaf gehalten hast.”  “Obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass dir auch der längste und tiefste Schlaf keine Schönheit bescheren wird.” Kriech Pyrels Worte prallten dieses Mal an Tromberon ab, es interessierte ihn nicht was dieser blöde Kerl von sich gab. Gierig schnappte die Krähe die Heuschrecke aus Kriechs Händen und verspeiste sie. Tromberon schwang sich schwerfällig vom Ast und steuerte den nahe gelegenen Fluss an, um dort sein Bad zu nehmen. Platschend landete er im kühlen Wasser.

Er tauchte flügelschlagend mehrmals ins kühle Nass, die Füße patschten anwechselnd hin und her, wobei er sich mit den Krallen abwechselnd am Kopf kratzte. Dann tauchte er mehrmals ganz unter und schüttelte sich mehrmals um das Gefieder zu trocknen.  Am Ufer stand derweil Kriech Pyrel und amüsierte sich köstlich über Tromberons Verrenkungen. Die Krähe hüpfte aus dem Wasser und schaute das Affenwesen souverän an. “Ich sage Dir mal was wirklich dämlich aussieht.” “Ein Affe mit einem Bauchtäschchen, dass sieht blöd aus!” “So, und jetzt lass’ uns aufbrechen, ich schlage einen Waffenstillstand bis zu Kobus Höhle vor, dann geht jeder wieder seine eigenen Wege!”

Tromberons plötzliche Gleichgültigkeit verblüffte Kriech Pyrel so sehr, dass er die Krähe mit großen Augen ansah. “Einverstanden, Waffenruhe bis zu Kobus Höhle, wir haben einen langen Weg vor uns und sollten sofort aufbrechen.” Ist es weit, bis zur Höhle?” ,fragte Tromberon.  “Ja ziemlich, Kobus Höhle liegt tief im Gebirge und der Weg dorthin ist ziemlich steinig ” Kriech Pyrel kratzte sich am Kopf.  „Für mich nicht, ich kann fliegen!“ Diese kleine Spitze konnte sich Tromberon nicht verkneifen. “Hahaa, dadurch hast Du keinen Vorteil, denn du kennst den Weg nicht.” “Du kommst auch nicht schneller voran, denn du musst auf mich warten”, entgegnete Kriech.

Die erste Sonne Tarelias erschien schon am Horizont als sich Tromberon und sein Begleiter auf den Weg machten. Schweigend spazierte Kriech Pyrel durch ein einsames Waldstück während Tromberon neben ihm her flog und darüber sinnierte, welch’ einen Unsinn er in der vergangenen Nacht geträumt hatte.

Eine Antwort zu “Tarelia – Kapitel 19”


    Schööön :D ich lese soo gerne die Fortsetzung.

    LG Soni

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